
OpenAI hat am 5. Oktober 2026 ein neues visuelles Werbeformat für ChatGPT angekündigt. Der erste Test soll später im Oktober während der Bildgenerierung beginnen, zunächst in den USA mit einer ausgewählten Gruppe von Werbekunden. Die Anzeigen sollen klar gekennzeichnet sein und getrennt vom erzeugten Bild erscheinen. Eine Verfügbarkeit dieses Formats in der Schweiz ist bisher nicht bestätigt.
Für Schweizer Unternehmen ist die Nachricht deshalb vor allem ein Blick auf einen möglichen künftigen Werbekanal. Sie ist noch keine Grundlage, um eine lokale Kampagne fest einzuplanen. Interessant ist die Verbindung aus visueller Präsentation, einem konkreten Nutzungsmoment und zusätzlichen Möglichkeiten, die Wirkung zu messen.
Werbung neben einem kreativen Vorgang
Wer ein Bild erstellt, beschäftigt sich bereits mit einer Idee oder einem gewünschten Ergebnis. OpenAI will in diesem Umfeld visuelle Anzeigen erproben, die Produkte, Dienstleistungen oder mögliche Anwendungen zeigen. Laut Unternehmen beeinflusst Werbung die Antworten von ChatGPT nicht. Diese Trennung ist eine erklärte Produkteigenschaft; die Ankündigung ist kein unabhängiger Wirksamkeitsnachweis.
Das Format sollte nicht mit einem bezahlten Inhalt innerhalb des gerade erzeugten Bildes verwechselt werden. Angekündigt ist eine separate Anzeigenfläche während der Bildgenerierung. Ebenso wenig ist der Test bereits ein allgemeiner Start für sämtliche Nutzer oder Werbekunden. Einen konkreten Schweizer Einführungstermin nennt OpenAI nicht.
Mehr messen als den Klick
Parallel erweitert OpenAI seine Messwerkzeuge und Partneranbindungen. Der begleitende Fachbeitrag nennt Pixel und Conversions API: technische Wege, um ausgewählte Ereignisse wie Käufe, Anmeldungen oder Kontaktanfragen einer Kampagnenauswertung zuzuführen. Weitere Partner unterstützen die Zuordnung von Ergebnissen zu Werbekontakten.
Dabei sind Zuordnung und zusätzliche Wirkung unterschiedliche Fragen. Eine Attribution ordnet beispielsweise einen Kauf nach festgelegten Regeln einem Werbekontakt zu. Die Messung von Incrementality untersucht dagegen, welche zusätzlichen Ergebnisse durch Werbung entstehen. OpenAI beschreibt diese Arbeit noch als frühe Phase und verweist unter anderem auf regionale Vergleichsexperimente.
Die veröffentlichten Leistungsbeispiele stammen aus einzelnen Kampagnen und Partnerauswertungen. Sie belegen nicht, dass ein Schweizer KMU dieselben Ergebnisse erzielt. Auch lassen sie sich nicht automatisch dem neuen Bildgenerierungsformat zuschreiben, dessen Test erst später im Oktober beginnen soll. Für eine eigene Bewertung wären Zielgruppe, Angebot, Messverfahren und Vergleichszeitraum wesentlich.
Anzeige und Zielseite müssen zusammenpassen
Die aktuellen OpenAI-Werberichtlinien betrachten nicht nur das Anzeigenmotiv. Sie beziehen auch die Identität des Werbekunden, die Zielseite und den Gesprächskontext ein, in dem eine Anzeige erscheinen darf. Die Zielseite soll das beworbene Angebot zutreffend darstellen; eine Anzeige darf keine irreführende Verbindung zu einer anderen Marke suggerieren.
OpenAI beschreibt automatisierte Prüfungen mit menschlicher Aufsicht und laufender Überwachung. Das ist ein Verfahren zur Durchsetzung der Richtlinien, keine Garantie, dass jede einzelne Platzierung fehlerfrei ist. Unternehmen müssen ihre eigenen Aussagen, Angebote und Freigaben weiterhin sorgfältig prüfen.
Was Schweizer Unternehmen sinnvoll vorbereiten können
Unsere redaktionelle Empfehlung bei Alphalink ist, zunächst die Grundlagen des eigenen digitalen Angebots zu prüfen. Versteht ein Besucher nach wenigen Sekunden, was angeboten wird? Zeigt die mobile Zielseite dieselbe Leistung wie das Motiv? Funktioniert der nächste Schritt, etwa eine Kontaktanfrage, vollständig und verständlich?
Ein mögliches Beispiel ist ein regionaler Dienstleister, der eine neue Beratungsleistung vorstellen möchte. Er könnte unabhängig vom Werbekanal eine klare Leistungsseite erstellen, eine aussagekräftige Bildidee wählen und festlegen, was als qualifizierte Anfrage zählt. Diese Vorbereitung schafft eine prüfbare Ausgangslage. Sie ist keine Aussage über eine bereits verfügbare ChatGPT-Kampagne oder einen gemessenen Kundenerfolg.
Für einen späteren Test sollten Budget, Erfolgskriterium und Vergleichszeitraum vorab feststehen. Ebenso gehört geklärt, welche Ereignisdaten tatsächlich benötigt werden und wie ihre Übermittlung im eigenen Betrieb verantwortet wird. Mehr erfasste Signale bedeuten nicht automatisch eine bessere Entscheidung. Eine nachvollziehbare Auswertung braucht eine klar formulierte Frage.
Ein Kanal zum Beobachten
Die Ankündigung zeigt, dass Werbung in KI-Anwendungen neue visuelle Formen erhält. Für Schweizer KMU bleibt der unmittelbare Handlungsspielraum begrenzt: Das neue Format ist ein angekündigter US-Test. Eine saubere Website, verständliche Angebote und belastbare Messziele lassen sich bereits heute verbessern. Über einen zusätzlichen Werbekanal sollte erst entschieden werden, wenn Zugang, Bedingungen und eigener Nutzen konkret prüfbar sind.
Quellen
OpenAI: «Building advertising for the way people use AI», 5. Oktober 2026.
https://openai.com/index/new-chatgpt-ads-format-and-measurement/
OpenAI Ads: «More ways to measure ChatGPT Ads», 5. Oktober 2026.
https://ads.openai.com/blog/more-ways-to-measure
OpenAI: «Ad policies», aktualisiert am 10. September 2026. URL und Inhalt am 6. Oktober 2026 geprüft.
https://openai.com/policies/ad-policies/
Stand und Quellenprüfung: 6. Oktober 2026. Handlungsvorschläge und Beispiele sind redaktionelle Einordnungen von Alphalink.