
Ein KI-Agent soll eine Kundenanfrage beantworten. Dafür liest er ein Ticket, sucht in einer Ablage und formuliert eine Nachricht. Was passiert, wenn er dabei eine interne Kalkulation findet, die der Kunde nicht sehen soll? Der Agent braucht keinen böswilligen Auftrag, um vertrauliche Angaben weiterzugeben. Zu breite Leserechte und ein direkter Versand können dafür ausreichen.
Cyberhaven will den Datenweg sichtbar machen
Der US-Anbieter Cyberhaven hat am 5. November 2026 das Modul Agentic Data Security für seine Plattform Flow vorgestellt. Laut Anbieter soll es unter anderem Dateizugriffe, Aufrufe angebundener Werkzeuge und Antworten erfassen. Sicherheitsteams sollen dadurch erkennen können, auf welche Daten ein Agent zugegriffen hat, in wessen Auftrag er handelte und wohin Informationen weitergegeben wurden.
Bestehende Regeln zum Schutz vor Datenabfluss sollen sich auch auf unterstützte Agentenabläufe anwenden lassen. Ziel ist, eine unerlaubte Weitergabe zu blockieren, bevor die Daten das Unternehmen verlassen. Die Meldung beschreibt Anbieterfunktionen, keine unabhängige Prüfung für jede App oder jeden Datenweg. Cyberhaven bezeichnet das Modul als käuflich; konkrete Schweizer Vertrags- oder Hostingoptionen sind in der Meldung nicht bestätigt.
Ein Test für den eigenen Support
Beginnen Sie mit einem internen Agenten, der Antworten nur als Entwurf ablegt. Geben Sie ihm eine Testanfrage und legen Sie neben einem freigegebenen Produktblatt eine interne Kalkulation mit fiktiven Daten ab. Prüfen Sie, ob der Agent die interne Datei überhaupt lesen kann, ob ihr Inhalt im Entwurf auftaucht und wer die Antwort nach aussen freigeben kann.
Auch die Protokolle verdienen Aufmerksamkeit: Wenn sie Eingaben und Antworten enthalten, können sie selbst vertrauliche Informationen speichern. Legen Sie fest, wer sie einsehen darf und wie lange sie benötigt werden. So lässt sich der Schutz an einem konkreten Datenweg prüfen, bevor der Agent mit echten Kundeninformationen arbeitet.