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ETHOS: Schweizer Satellitenmission erforscht die Folgen von Sonnenstürmen

ETHOS: Schweizer Satellitenmission erforscht die Folgen von Sonnenstürmen

Die ETH Zürich hat am 2. November 2026 die Satellitenmission ETHOS vorgestellt. Gemeinsam mit dem Physikalisch-Meteorologischen Observatorium Davos, der Universität Bern und der EPFL entwickelt sie einen Forschungssatelliten, der ab 2030 Daten sammeln soll. Ziel ist, die Auswirkungen der Sonnenaktivität auf die obere Erdatmosphäre besser zu verstehen und damit künftige Weltraumwetterprognosen zu unterstützen.

Sonne, Atmosphäre und Umlaufbahn gemeinsam beobachten

ETHOS steht für «Earth Thermosphere & Heliophysics Observing Satellite». Geplant ist eine Umlaufbahn in etwa 550 Kilometern Höhe. Die Instrumente sollen Sonnenstrahlung und Veränderungen der oberen Atmosphäre erfassen sowie die Satellitenbahn genau bestimmen. So wollen die Forschenden untersuchen, wie sich die Sonnenaktivität auf die Abbremsung eines Satelliten auswirkt.

Die ETH übernimmt erstmals die Gesamtverantwortung für eine Satellitenmission, von der Planung bis zum Betrieb. Das Vorhaben soll zudem helfen, langfristige Messreihen der Sonnenstrahlung weiterzuführen. Es ist eine angekündigte Mission in Entwicklung: Eine bereits erreichte Verbesserung der Prognosequalität weist die Mitteilung nicht nach.

Auch weit oben gibt es Luftwiderstand

Der physikalische Hintergrund ist weniger exotisch, als die Entfernung vermuten lässt. Auch in niedrigen Erdumlaufbahnen ist die Atmosphäre nicht vollständig verschwunden. Ihre geringe Dichte reicht aus, um einen Satelliten abzubremsen. Die amerikanische Wetterbehörde NOAA beschreibt, wie zusätzliche Energie von der Sonne die obere Atmosphäre erwärmt und verändert. Ein Satellit kann dadurch auf dichtere Luft treffen und stärker an Höhe verlieren.

Für die Berechnung einer Bahn zählt deshalb nicht allein, wo sich ein Objekt gerade befindet. Entscheidend ist auch, welchen Kräften es auf seinem weiteren Weg ausgesetzt sein wird. Laut NOAA ist der atmosphärische Widerstand eine besonders schwierige Unsicherheit bei der Bahnberechnung. Beobachtungen und Modelle müssen zusammenpassen, damit aus einer Messung eine brauchbare Vorausschau wird.

Weltraumwetter betrifft auch Signale am Boden

Ein weiterer Zusammenhang führt zur Satellitennavigation. Signale des Global Positioning System, kurz GPS, durchqueren auf dem Weg zum Empfänger die Ionosphäre. Diese elektrisch geladene Atmosphärenschicht beeinflusst ihre Ausbreitung. Nach Angaben der NOAA können Störungen die Positionsberechnung ungenauer machen; bei starken Veränderungen kann ein Empfänger den Kontakt zum Signal verlieren.

Das betrifft ein technisches Prinzip, keine aktuelle Störungsmeldung. Aus der Ankündigung von ETHOS lässt sich weder ein bevorstehender Ausfall in der Schweiz noch eine bestimmte Gefährdung Ihres Betriebs ableiten. Auch schützt eine bessere Beobachtung nicht automatisch jedes einzelne Gerät. Die Wirkung hängt vom jeweiligen System und Einsatz ab.

Was Unternehmen daraus mitnehmen können

Unsere redaktionelle Einordnung beginnt bei einer einfachen Frage: Welche Leistung muss zuverlässig funktionieren, damit ein Ablauf gelingt? Ein Unternehmen, das präzise Positionen für Vermessungen benötigt, hat andere Anforderungen als ein Büro, das gelegentlich eine Kartenansicht öffnet. Das ist ein allgemeines Planungsbeispiel, kein von ETHOS getesteter Anwendungsfall.

Für eine sinnvolle Bestandsaufnahme lohnt es sich, den benötigten Dienst, die tolerierbare Unterbrechung und eine mögliche Ersatzlösung getrennt zu beschreiben. «Navigation verfügbar» kann etwa bedeuten, dass eine ungefähre Orientierung genügt. Es kann aber auch bedeuten, dass eine Position eine festgelegte Genauigkeit erreichen muss. Erst diese Unterscheidung macht einen Test aussagekräftig.

Ebenso wichtig ist die Herkunft einer Information. Eine Messung beschreibt einen beobachteten Zustand. Ein Modell berechnet daraus eine Entwicklung. Eine betriebliche Entscheidung setzt zusätzlich voraus, dass bekannt ist, wie viel Unsicherheit die Aufgabe verträgt. Diese Ebenen auseinanderzuhalten hilft bei der Bewertung technischer Versprechen, auch ausserhalb der Raumfahrt.

ETHOS macht damit eine oft unsichtbare Grundlage digitaler Infrastruktur sichtbar: Verlässliche Dienste brauchen Wissen über ihre physikalische Umgebung. Wie gut die geplanten Messungen spätere Vorhersagen verbessern, wird sich erst im weiteren Verlauf des Forschungsprojekts zeigen.

Quellen

ETH Zürich: ETH Zurich develops its own satellite mission. 2. November 2026. https://ethz.ch/en/news-and-events/eth-news/news/2026/11/eth-zurich-develops-its-own-satellite-mission.html

NOAA / NWS Space Weather Prediction Center: Satellite Drag. Grundlagenartikel; geprüft am 2. November 2026. https://www.spaceweather.gov/impacts/satellite-drag

NOAA / NWS Space Weather Prediction Center: Space Weather and GPS Systems. Grundlagenartikel; geprüft am 2. November 2026. https://www.spaceweather.gov/impacts/space-weather-and-gps-systems

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