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Vom Labor zum Markt: Was Europas Forschungstransfer braucht

Vom Labor zum Markt: Was Europas Forschungstransfer braucht

Eine gute Erfindung ist noch kein fertiges Produkt. Das Europäische Patentamt (EPA) hat am 22. Oktober 2026 gemeinsam mit dem Wissenstransferverband ASTP und Fraunhofer ISI eine Studie zur europäischen Transferlandschaft vorgestellt. Sie verbindet Patentanalysen, eine Befragung von 809 Transferstellen und 22 Fachinterviews. Im Mittelpunkt steht der Weg von öffentlicher Forschung zur wirtschaftlichen Anwendung.

Was Transferstellen leisten

Transferstellen unterstützen Hochschulen und Forschungsorganisationen dabei, Erfindungen zu erkennen, geistiges Eigentum zu schützen und Kontakte zu Unternehmen oder Investoren herzustellen. Rund 90 Prozent der untersuchten Stellen sind klein oder mittelgross.

Die Studie zeigt: Sobald eine Erfindung in ihrem Verfahren erfasst ist, führen kleinere Stellen sie ähnlich häufig bis zu einem Patent, einer Lizenz oder einer neuen Firma wie grosse Stellen. Grosse Einrichtungen bewältigen dagegen mehr Vorgänge pro Mitarbeitendem. Die Autoren verweisen auf Spezialisierung, etablierte Abläufe und kommerzielle Netzwerke.

Was sich daraus nicht ablesen lässt

Die Untersuchung beschreibt Zusammenhänge. Sie beweist weder, dass eine bestimmte Organisationsgrösse Erfolg verursacht, noch dass eine Lizenz später Umsatz erzielt. Ein Patent, eine Gründung und ein am Markt bewährtes Produkt sind unterschiedliche Ergebnisse. Die europäischen Befunde sind zudem keine gesonderte Erfolgsmessung für Schweizer KMU.

Eine praktische Frage für Unternehmen

Aus Sicht von Alphalink lohnt sich bei einer Forschungspartnerschaft ein früher Blick auf die spätere Anwendung. Welches konkrete Problem möchten Sie lösen? Wer würde die Lösung einsetzen, unter welchen Bedingungen und mit welchem überprüfbaren Ergebnis? Solche Fragen schaffen eine gemeinsame Arbeitsgrundlage, bevor aus einer technischen Möglichkeit ein umfangreiches Vorhaben wird.

Ein hypothetisches Beispiel: Ein Produktionsbetrieb interessiert sich für ein neuartiges Verfahren zur Erkennung von Materialfehlern. Für eine erste Prüfung könnte er mit dem Forschungspartner vereinbaren, welche Muster untersucht werden, wie die Ergebnisse mit dem bisherigen Verfahren verglichen werden und welche Abweichungen noch akzeptabel sind. Das ist ein redaktionelles Beispiel, kein Versuch aus der Studie.

Auch die Verantwortung nach dem Versuch verdient einen eigenen Platz im Gespräch. Wer betreut die Lösung im Alltag? Welche Daten, Geräte und Schnittstellen werden benötigt? Welche Fragen müssen vor einer Weiterentwicklung geklärt sein? Ein kurzer, gemeinsam formulierter Prüfauftrag kann helfen, diese Punkte sichtbar zu machen.

Wissen gezielt ergänzen

Unsere redaktionelle Empfehlung ist, fehlende Kompetenzen konkret zu benennen. Geht es um technische Weiterentwicklung, die Prüfung eines Anwendungsfalls oder die Suche nach einem passenden Industriepartner? Eine klar beschriebene offene Frage erleichtert es, die richtige Fachperson hinzuzuziehen. Sie verhindert auch, dass alle Beteiligten mit demselben Wort «Transfer» etwas anderes meinen.

Für den ersten Schritt muss deshalb noch kein vollständiger Geschäftsplan vorliegen. Hilfreich sind eine verständliche Beschreibung der Idee, der heutige Arbeitsablauf und eine nachvollziehbare Entscheidung darüber, wann ein weiterer Test sinnvoll wäre. So lässt sich ein Projekt schrittweise beurteilen, ohne aus einem frühen technischen Ergebnis bereits einen gesicherten wirtschaftlichen Nutzen abzuleiten.

Der Weg vom Labor in den Betrieb wird damit zu einer Reihe prüfbarer Entscheidungen. Die Qualität einer Erfindung bleibt wichtig. Ob daraus eine tragfähige Anwendung entsteht, muss sich am konkreten Einsatz zeigen.

Quellen

Europäisches Patentamt: «From public research to market success: Europe’s tech transfer challenge». 22. Oktober 2026. Zusammenfassung der Studie mit ASTP und Fraunhofer ISI. Geprüft am 22. Oktober 2026.

https://www.epo.org/en/news-events/news/public-research-market-success-europes-tech-transfer-challenge

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