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Satellitenkommunikation für Notfälle: Was Space Norway und Akkodis planen

Satellitenkommunikation für Notfälle: Was Space Norway und Akkodis planen

Wenn Festnetz und Mobilfunk ausfallen, wird eine zweite Verbindung plötzlich entscheidend. Space Norway und Akkodis Nordics haben am 22. Oktober 2026 eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit bei Satellitenkommunikation für die zivile Krisenvorsorge bekannt gegeben. Im Mittelpunkt stehen die nordischen Länder. Die Meldung beschreibt ein Vorhaben, keinen abgeschlossenen Ausbau und kein bestätigtes Angebot für die Schweiz.

Was die Partner zusammenbringen wollen

Geplant ist, das Satellitenportfolio von Space Norway mit den technischen Kompetenzen von Akkodis zu verbinden. Dazu gehören robuste, transportable Plattformen, Stromversorgung, Netzintegration und Cybersicherheit. Als mögliche Nutzer nennen die Unternehmen unter anderem Gemeinden, Rettungsdienste, das Gesundheitswesen, humanitäre Organisationen und Betreiber kritischer Infrastruktur.

Die Zusammenarbeit soll Verbindungen ermöglichen, wenn terrestrische Netze nicht verfügbar sind oder nicht ausreichen. Zu den vorgesehenen Plattformen zählen tragbare Notfallknoten, die sogenannten Portable Emergency Connectivity Nodes. Das Portfolio umfasst Satelliten in niedrigen und geostationären Umlaufbahnen. Die Rollen reichen von der Satellitenkapazität bis zur technischen Integration und Unterstützung.

Warum die Umlaufbahn einen Unterschied macht

Satellit ist nicht gleich Satellit. Nach der Erklärung der Europäischen Weltraumorganisation ESA erscheinen geostationäre Satelliten von der Erde aus an einer festen Position. Antennen am Boden können deshalb dauerhaft auf sie ausgerichtet bleiben. Ihre grosse Entfernung bringt allerdings längere Signallaufzeiten mit sich.

Satelliten in niedrigen Umlaufbahnen sind näher an der Erde. Dadurch kann die Signallaufzeit kürzer ausfallen. Sie bewegen sich jedoch über den Himmel und bleiben für einen Standort nur begrenzte Zeit sichtbar. Für eine kontinuierliche Verbindung braucht es entsprechend mehrere Satelliten und ein abgestimmtes System. Welche Variante passt, hängt deshalb auch vom Einsatz und der benötigten Verbindung ab.

Eine zusätzliche Verbindung hat eigene Grenzen

Die Technologieübersicht der Europäischen Kommission beschreibt Satellitenbreitband als Möglichkeit, auch weit verstreute Standorte ohne lokalen Ausbau einer terrestrischen Zugangsinfrastruktur zu erreichen. Zugleich bleibt die verfügbare Kapazität geteilt und begrenzt. Wetter und freie Sicht zur Antenne können die Signalqualität beeinflussen. Eine zusätzliche Funkstrecke ist deshalb kein pauschales Versprechen, dass jede Anwendung unter allen Bedingungen gleich gut funktioniert.

Die neue Absichtserklärung belegt weder eine garantierte Übertragungsrate noch einen bereits einsatzbereiten Dienst an einem bestimmten Schweizer Standort. Aus ihr lassen sich auch keine belastbaren Schweizer Preise oder Liefertermine ableiten. Für eine Beschaffung wären solche Angaben separat beim Anbieter zu prüfen. Der Unterschied zwischen angekündigter Kooperation und bestellbarer Leistung bleibt wesentlich.

Was Unternehmen daraus mitnehmen können

Für Schweizer Unternehmen ist das Vorhaben ein Anlass, die eigenen Abhängigkeiten zu betrachten. Welche Verbindung muss bei einer Störung zuerst wieder funktionieren? Eine Betriebsnachricht, ein kleiner Datensatz und eine grosse Videokonferenz stellen unterschiedliche Anforderungen. Eine sinnvolle Reserve beginnt deshalb mit der Priorisierung der Abläufe, die tatsächlich weiterlaufen müssen.

Ein redaktionelles Beispiel: Ein Betrieb könnte für den Krisenfall zunächst Statusmeldungen und die Abstimmung seiner Verantwortlichen vorsehen. Grössere Dateiübertragungen würden warten. Das ist ein mögliches Planungsszenario, kein in der Ankündigung beschriebener Kundeneinsatz. Ebenso müssten Verantwortlichkeiten, Zugangsdaten, Stromversorgung und die Bedienung der Ausrüstung vorab geklärt werden.

Ein praktischer Test sollte anschliessend zeigen, ob die vorgesehenen Personen die Reserveverbindung unter den eigenen Bedingungen aufbauen und nutzen können. Dabei zählt der gesamte Ablauf vom Erkennen der Störung bis zur erreichbaren Gegenstelle. Ein vorhandenes Gerät allein beantwortet diese organisatorischen Fragen noch nicht.

Die Kooperation zeigt, dass zivile Krisenvorsorge mehrere technische Ebenen zusammenbringen muss. Ob daraus verlässliche Dienste für konkrete Standorte entstehen, wird sich an den später angebotenen Leistungen und deren überprüfbaren Einsatzbedingungen zeigen.

Quellen

Space Norway: Akkodis and Space Norway sign MoU on satellite communications for civil preparedness. Originalmitteilung vom 22.10.2026, im offiziellen Pressemitteilungsarchiv: https://spacenorway.com/category/press-release/

ESA: Orbits. Technische Hintergrundinformationen zu geostationären und niedrigen Umlaufbahnen. https://www.esa.int/Applications/Connectivity_and_Secure_Communications/Orbits

Europäische Kommission: Broadband technology overview. Technischer Hintergrund, keine neue Produktankündigung. https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/policies/broadband-technology-overview

Alle Quellen geprüft am 23.10.2026.

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